Hebron, die Siedler - Konflikt konkret

Nachdem uns Hamid schon mehrere Stunden herum führte nahmen wir nun auch physisch Abstand zu ihm. Er ging zum Beten in die Moschee und Pascal und ich erkundeten die Siedlungsgebiete. Als wir an den Grenzposten vorbeigehen, fragen diese bloß, woher wir den kämen. Als Pascal floskelhaft fragt, was sie denn hier täten, antworten diese lakonisch: “We are here to protect you!”. Keine Passkontrolle. Keine Befragung. Unsere Hautfarbe under Gesichtsphysiognomie sind unser Passierschein. Es ist komisch, so ziemlich alle Palästinenser, mit denen ich zuvor gesprochen habe, wären hier nicht durchgekommen. Ich bin mir nicht ganz sicher wie ich dieses Privileg genau bewerten kann. Die Soldaten sind nett und sind wie alle anderen auch Wehrdienstleistende vielleicht höchstens 19-jährige Jugendliche, die mit einer 40cm langen Maschinenpistole in voller Schutzmontur die Einfahrt zum Siedlungsgebiet bewachen.

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Hebron, die Palästinenser - Konflikt konkret

Am nächsten Tag fahren wir mit einem Mehrpersonentaxi nach Hebron, da aufgrund des muslimischen Ruhetags am Freitag keine Busse verkehren.

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Es ist schon eine bizarre Koinzidenz, dass die Muslime Freitag ruhen, die Juden am Samstag und die Christen am Sonntag. Würde man alle Seiten gleichberechtigt behandeln, so müsste man 3 Feiertage pro Woche postulieren. Sicher nicht zuträglich für die Produktivität, aber ein Gedanke mit dem ich mich anfreunden könnte. Aber ich schweife ab. Wir fahren also nach Hebron und Hamid begleitet uns freundlicherweise. Er weißt uns auf verschiedene Besonderheiten entlang der Fahrtroute hin. So erblickte ich in der Ferne zum ersten Mal in meinem Leben eine der illegalen israelischen Siedlungen in der Westbank. Doch ich sollte ihnen im Laufe des Tages näher kommen, als ich es jemals für möglich hielt. Die Straßen sind von Wachtürmen aus unter Beobachtung. Hier auf dem Land sind diese zusätzlich mit Betonhindernissen und Stacheldrähten abgesichert, da die Landbevölkerung eher zu Aufständen neigt, als die Stadtbevölkerung. Noch bemerkenswerter finde ich hingegen, dass die Straße, die wir befahren, sowohl von Israelis als auch von Palästinensern befahren wird. Hier kommt man also immerhin miteinander aus.

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Palästina bzw. völkerrechtlich korrekter: Westbank - die andere Seite

Nach zwei Nächten in einem Hostel in Jerusalem, weil die Hosts von Couchsurfing leider absagen mussten ging es dann tatsächlich für mich zum ersten mal in die Westbank. Und zwar nach Bethlehem. Was ich als recht naiver und zugegebenermaßen uninformierten erwartete, waren ein paar christliche Heiligtümer und eine vielleicht auch noch reizvolle Berglandschaft. Was ich dann aber tatsächlich zu Gesicht bekam, hatte ich nicht erwartet. Unter anderem zählte eine im wortwörtlichsten Sinne reizende Begegnung mit Tränengas zu den Erfahrungen des Tages, die ich - neben vielen anderen - mitnehmen durfte. Eine der unangenehmeren, wie man sagen muss. Die konkrete und und nicht glanzvolle Realität des Konflikts im Nahen Osten, der seit einem halben Jahrhundert besteht, bisweilen nur als glimmenden Glut, dann aber auch wieder als blutrot lodernde Flamme, die unzählige Opfer forderte und nur schwer - und völlig schon gar nicht - zu löschen ist.

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Der Nahostkonflikt - Gespräch mit Rolf Mützenich

Rolf Mützenich war lange Zeit aussenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Inzwischen ist er zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt worden. Er macht einen soliden, gefestigten Eindruck. Er redet ruhig und klar und weiß die Aufmerksamkeit des Zuhörers aufrechtzuerhalten. Bemerkenswert ist seine Uneitelkeit und sein anscheinend nicht vorhandenes Ego. So fragt er in der Diskussion in seinen Antworten auch mal nach: “Weißt du dazu vielleicht mehr?”. Und diese Frage meint er unzweifelhaft ganz ernst. Er schafft es die Sachverhalte in einem ruhigen Tonfall mit einer klaren Sprache zu vermitteln.

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Der Nahostkonflikt - Gespräch mit dem Referenten für Nahost

Das Gespräch im Außenministerium mit dem Referenten für die Nahostländer (daher fällt der Nahostkonflikt auch in seinen Zuständigkeitsbereich) war nicht nur in Bezug auf den Konflikt höchst aufschlussreich, sondern auch mit Blick auf das Berufsbild des Diplomaten im Auswärtigen Amt sehr interessant. Der Referent selbst war ein Jurist, der über das reguläre Bewerbungsverfahren für den höheren Dienst des Auswärtigen Amts zu der Stelle gekommen war. Vor der jetzigen Tätigkeit war er Koordinator zwischen der Bundesregierung und der NATO im Kosovo. Demnächst wird er in das Kanzleramt wechseln, dass auch eine eigenes Referat für Außenpolitik besitzt, welches allerdings ausschließlich durch Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes besetzt wird.

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