Donnerstag in London

Nach einer unerfreulichen Episode mit dem Geldautomaten am Flughafen (kryptokommunist.tumblr.com berichtete) ging es mit dem Bus zum Hostel. Auch hier darf nicht unerwähnt bleiben, dass die grandiose Errungenschaft des 21. Jahrhunderts namens Internet eine ungemeine Vereinfachung darstellte. Dank WiFi im Bus ließ es sich spielend leicht erfahren, wie wir von der Haltestelle am schnellsten zum Hostel kommen. Selbiges Erlebnis ist in einem deutschen ICE für dessen Fahrt ich regulär 100 Euro zahlen müsste nicht zu bekommen (Außer man schließt einen Knebelvertrag mit der Telekom ab).

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Naiver Tourist: 0, Dubiose Firma: 1

Problem:

Der Moneycorp Geldautomat am Stansted Airport. Der Automat wirbt mit der Aufschrift “Free cash withdrawal”. Hasenfuß dabei: man muss mehrere Bildschirme, die einen mit Gebühren versehene Abrechnungsbildschirme präsentieren ablehnen. Der Auswahlbildschirm ist dabei so voll von Text, dass einem der wesentliche Preisaufschlag entgeht.  Konkret hieß das für mich: Ich möchte 150 Pfund ausgezahlt bekommen und mir werden 207 Euro von meinem Konto abgebucht. Der Wert der 150 Pfund entspricht jedoch nur 190 Euro. Die Differenz von 17 Euro geht also an den Automatenaufsteller.

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Der Butler: jetzt auch für die obere Mittelklasse. Das Internet macht es möglich

Heute bin ich durch Zufall (eigentlich habe ich nach Dokumentationen zu Responsive Webdesign gesucht) auf ein, nun ja, ein wenig dekadent anmutendes Geschäftsmodell gestoßen: Zirtual. Dieses zugegeben innovative Konzept ist zwar nicht vollkommen neu, aber doch in seiner dem 21. Jahrhundert angepassten Form etwas so sicher zuvor nicht existentes Produkt. Die Zielgruppe ist auch außergewöhnlich. Das Produkt bzw. die Dienstleistung richtet sich an erfolgreiche Entrepreneure oder Angestellte von erfolgreichen Unternehmen in gehobenen Positionen. Eine kleine Zielgruppe möchte man meinen, doch nicht im Silicon Valley, wie die Testimonials der Website suggerieren. Dort sind so viele erfolgreiche Menschen, deren Work-Life-Balance von der vielen Arbeit ungleichgewichtig zu werden droht, dass sie sich einen “zirtual assistant” leisten wollen und das auch können. 

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Transformers 3 - Hilfe, Michael Bay wirft mir 3h lang Autos ins Gesicht

Die Erwartungen waren nicht hoch, als der Autor dieser Zeilen das Kino betrat um Transformers 3 in IMAX-3D anzuschauen (Weil ich mich selbst in der dritten Person nenne, ist dieser Text zwangsläufig journalistisch-objektiv, wenn man den großen Zeitungen Glauben schenken darf). Die Quintessenz ist, dass dieser Film wie ein Pornofilm daherkommt: Eine sehr holprige und inkonsistente Story mit vielen, geilen Bildern, die mit der Zeit mit der Reiz-Hemmschwelle zu kämpfen haben.

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Dirk Niebel hat einen neuen Job - Schön für Ihn

Nun, erst einmal, so möchte man meinen, gibt es doch nichts berichtenswertes darüber, dass der ehemalige Entwicklungsminister, der sein eigenes Ministerium abschaffen wollte - wir erinnern uns - nach seinem Ausscheiden aus dem Amt eine Anschlussverwendung gefunden hat. Dass Niebel jetzt als Lobbyist für einen Industriekonzern arbeitet ist auch nichts überraschendes. Wenngleich ein Wechsel von der Politik in die Wirtschaft kritisch zu betrachten ist, wie beim Fall Pofalla etwa. Der Verdacht der Verwischung von privaten Interessen mit den öffentlichen während der Amtszeit und die hernach folgende Belohnung durch den begünstigten Industriebetrieb oder -zweig steht stets im Raum. Allein die Tatsache, dass ein solcher Verdacht erweckt werden könnte, sollte Anlass genug sein, von solchen Praktiken Abstand zu nehmen. Leider haben zu wenig Ex-Berufspolitiker den Anstand und die Geradlinigkeit, um den Versuchungen zu widerstehen. Zumindest nicht gleich ein halbes Jahr später in genau dem Bereich anzufangen, den man vorher noch reguliert hat oder den man zu regulieren vorgab, sollte man doch schaffen können.

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Algorithmen, die unsere Emotionen beeinflussen

Die zu Grunde liegende Studie ist veröffentlicht und ist hier zugänglich.

Kurz gefasst, haben Forscher bei englischsprachigen Facebook-Nutzern folgendes gemacht: Sie haben bei Testgruppen den Facebook-Newsfeed manipuliert. Und das folgendermaßen: Bei einer Gruppe wurden positive Posts herausgefiltert und bei den anderen negative. Die emotionale Gewichtung entnahm man einem speziellen Wortverzeichnis. Anschließend wurde untersucht, wie sich die Manipulierung des Newsfeeds auf die Posts der Nutzer auswirkte. Dazu gab es dann auch noch jeweilige Kontrollgruppen. Das Ergebnis war, dass sich ein Zusammenhang feststellen ließ. Kamen in dem manipulierten Newsfeed vermehrt positive Posts vor, so posteten die Nutzer auch vermehrt positiv. Selbiges gilt mit Blick auf die negative Filterung. Und insgesamt stellte man fest, dass die durch die Filterung mit emotionaleren Posts angereicherten Newsfeeds auch mehr Posts der Nutzer generiert. Diese Beeinflussung wurde ohne das Wissen der Nutzer vorgenommen, somit wurden sie unbewusst beeinflusst. Allein der Umstand, dass ein solches Experiment von den Facebook-AGBs anscheinend abgedeckt wird, ist gruselig genug. Weiter zeigt dieses Experiment aber auch, dass man den Einfluss von Algorithmen auf die Gesellschaft nicht unterschätzen darf. Wenn Facebook seinen Newsfeed-Algorithmus ändert, ist das nicht der Untergang des Abendlandes, aber dieser noch harmlose Eingriff lässt auch erahnen, was mit Eingriffen in Direktkommunikation, Suchergebnisse etc. alles möglich wäre.

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