Besuch im Willy-Brandt-Haus - "Yasmin Fahimi ist eine Muslima, die die Partei unterwandern will"

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Heute stand eine Führung durch das Willy-Brandt-Haus, der SPD-Parteizentrale, auf dem Programm. Neben der Standard-Besucherführung beginnt das Ganze erst einmal mit einem Gespräch mit der Referentin für Direktkommunikation. In ihrer Abteilung beantwortet sie unter anderem die Anfragen und Nachrichten an den Parteivorstand. Die Referentin redet sehr schnell und enthusiastisch, man merkt ihr an, dass sie Feuer und Flamme für die Partei ist. Sie wählt einen naheliegenden, persönlichen Gesprächseinstieg: Ihre Geschichte, wie sie zur SPD kam. Sie wuchs in einem kleinen Dorf auf und konnte sich nur vorstellen zu den Jungen Grünen oder den Jusos zu gehen. Letztendlich entschied der profane Umstand, dass es in ihrem Dorf nur einen Juso-Verband gab, über ihre Parteizugehörigkeit. Heute sei sie froh, dass sie nicht zu den Grünen gekommen ist: “Die achten zwar auf Umweltschutz, vergessen aber die finanziell Schwachen in der Gesellschaft”. Diese Behauptung scheint eher wie eine Schutzbehauptung, dennoch ist klar, dass “Was wäre wenn”-Fragen nach mehren Jahrzehnten natürlich müßig sind und keinen Erkenntnisgewinn bringen. Stattdessen sollte man akzeptieren, dass - grade am Anfang - fraglos auch Zufall und Willkür eine Rolle spielen.

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Erkenntnis der ersten drei Tage

Die Möglichkeiten sich einzubringen stehen jedem und jeder offen, nur nutzt eben nur eine verschwindend geringe Menge die offenen Möglichkeiten. Solange prinzipiell jeder kann, wenn er denn nur will, stellt es auch noch kein allzu großes Problem dar. Wenn jedoch zahlreiche Lobbyisten, die einfache Zugänglichkeit nutzen und der Durchschnittsbürger nicht, dann ergibt sich eine Imbalance. Der Abgeordnete muss dann erkennen, wenn Partikularinteressen zum Gemeinwohl und jegliche noch so kleine Veränderung des Status quo zum Untergang des Abendlands erklärt wird. Die geringe Bürgerbeteiligung ist also schon ein Kardinalproblem, auch wenn sie nicht aufgrund von autoritären Strukturen so gering ist.

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Praktikum bei Ralf Kapschak - Der erste Tag oder auch: Wow, es geht also auch besser als in den Unikantinen!

Wie war dein erster Tag im Bundestag? Lecker, so lautet die lakonische Antwort.

Die etwas ausführlichere lautet hingegen, wie folgt:

Es begann damit, dass ich mich, wie vereinbart gegen 10 Uhr zum Eingang 68a des Jakob-Kaiser Hauses begab - zumindest dachte ich das. Glücklicherweise sah man es mir nach, dass ich - wohl in der Aufregung des ersten Tages noch etwas derangiert - zielstrebig am richtigen Eingang vorbeigelaufen war. Die Pförtner ließen mich passieren und stellten mir einen vorläufigen Gästeausweis aus. In der eindrucksvollen Lobby durfte ich einige Minuten auf Axel, den wissenschaftlichen Mitarbeiter von Ralf Kapschack, warten. Während des Wartens konnte ich mich ein wenig wundern, wie einfach es doch ist, in das Gebäude zu kommen. Bei der Terrorpanik, die die hiesige Innen- und Verteidigungsminister zur Begründung unterschiedlichster Vorhaben heranziehen, fiel es einem durchaus auf, dass hier anscheinend ein doppelter Standard herrscht.

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Der Chaos Communication Congress - 30C3

Der “Chaos Communication Congress”  (Wiki) ist eine (in Nerdkreisen) sagenumwobene Veranstaltung, eine kunterbunte Zusammenkunft von Hackern, Bastlern, Technikaffinen und Interessierten. Einmal jährlich findet der vom Chaos-Computer-Club organisierte Kongress - nun schon seit ganzen 30 Jahren, also seit 1984 - statt. Anfänglich noch überschaubar und fast schon privat, ist der Kongress nun zu einer immensen Publikumsveranstaltung avanciert. So ist der Kongress seit dem letzten Jahr im CCH, dem Congress Center Hamburg, angesiedelt, da im vorherigen Stammplatz, dem BCC in Berlin, die Platzverhältnisse dem Besucherandrang nicht mehr gewachsen waren. Der letze Kongress in Berlin (2011) stand einem Besucherandrang von 4500 gegenüber. Der diesjährige Kongress wurde von ca. 9000! Besuchern frequentiert, was eine beträchtliche Steigerung gegenüber den 6600 Besuchern von 2012 darstellt.

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Lebe wohl (melodramatischer Titel)

Der Rest fehlt noch… (Note to self: Restzeitraum von Mittwoch bis Montag auch noch einstellen!) Gemacht?: Nope!

Den Rest des Tages verbringe ich damit Souvenirs für die Daheimgebliebenen zu finden. Freundlicherweise helfen mir dabei Sascha, Nastya, Katya, Katya (Ja, es gibt zwei!), Mydygma und Sveta. Nach dem Abklappern der einschlägigen Geschäfte und dem Kauf zweier - an Kitsch schwerlich zu überbietender - Kühlschrankmagneten, leuchtet mir doch ein, dass es nicht die originellste Idee ist, aus China nach Russland importierte Souvenirs nach Deutschland zu nehmen, die hier den Touristen angepriesen werden, wie ehemals die Glasperlenketten den Indianern. Also dann vielleicht Lederhandschuhe denke ich, doch im Kaufhaus merke ich schnell, dass sie optisch wie preislich ihren deutschen Äquivalenten in nichts nachstehen. Daher wäre auch das wohl ein witzloser Kauf denke ich und kaufe zwei Paar. Ich frage, ob nicht russischer Wodka ein gutes Souvenir wäre, doch dieser Gedanke stößt auf geharnischte Gegenrede. Dies wäre doch zu klischeehaft und würde nur dem Stereotyp von Russland als “Wodkakonsumierende Menschen, die lustige Bärenfellmützen tragen” Vorschub leisten, heißt es. Aus Verzweiflung schlage ich vor in den Supermarkt zu gehen, um dort vielleicht noch etwas typisch russisches zu finden. Der Supermarkt ist nicht groß, ich blicke auf eingemachte rote Beete, Gewürzgurken und Dosenananas. Nicht grade sehr einzigartig. Nachdem ich den Supermarkt mit ähnlichen Ergebnissen mehrmals durchstreift habe, kommt mir plötzlich die Erleuchtung! Nicht in Deutschland zu haben. Typisch Russisch. Haltbar. Robust. Freude machend. Genial. Verboten gut. All diese Attribute treffen auf das Objekt meiner Begierde zu. Ich nehme soviel ich tragen kann in meine Arme und ende schließlich mit einer Tüte, welche so aussieht:

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Gopnik


linguisticsyall:

So you know those stereotypically scary-looking Russian guys that wear fake adidas and leather jackets and are covered in bruises smoke too much? There’s a word for them — гопник/gopnik (plural гопники/gopniki). 

The term “gopnik” was probably derived from slang term gop-stop, meaning street mugging. Another theory is that “gopnik” derived from the acronym GOP, probably a reference to Gorodskoye Obshchestvo Prizreniya (the municipal agency for care of destitutes), the numerous almshouses organized by the government after the October Revolution.

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